„Heute redeten die Glocken veraltete Sprache, radebrechten leere und sinnlose Klänge daher.“
(„Tief unten“, Joris-Karl Huysmans, 1891)

Die Glocke mit ihrem einen Ton und ihrem Metallkörper, der ganz direkt das Entstehen des Tons anzeigt, lässt wie viele andere Instrumente die Versuche sie als stabiles Symbol zu verwenden von sich abgleiten. Will man der Glocke aber dennoch einen Sinn verleihen, muss er ihr in den Glockenkörper eingeschrieben werden. Im Gießen erhält sie ein Motto, eine Markierung, eine Sinnschrift, die dem reinen Ton eine zweite Stimme mit Bedeutung beimischen soll ­ eine Botschaft die sich mit Ihrem Klang ausbreitet. Doch was verkündet eine Glocke ohne Botschaft? Erregt uns der bloße Schrei des Metalls mitzuklingen „im Rausche des Gefühls: im Schrei“ (Nietzsche, Basler Nachgelassene Schriften, 1870)? Findet in der Sehnsucht nach Rausch und dem Klang einer Glocke die nichts mehr verkündet etwas zusammen?

Eine Installation von Club Real im Rahmen des Festivals Freischwimmer
Mit Theussl, Springer, Sonneck, Hauck
06.03.2008, 20.40 Uhr und 22.40 Uhr
07.03.2008, 19.10 Uhr und 20.40 Uhr
08.03.2008, 19.10 Uhr und 20.40 Uhr
11.03.2008, 20.40 Uhr
12.03.2008, 19.10 Uhr und 20.40 Uhr
14.03.2008, 19.10 Uhr und 20.40 Uhr
15.03.2008, 20.40 Uhr
in den Sophiensaelen Berlin
Sophienstrasse 18, 10178 Berlin
U-Bahn Weinmeisterstraße, S-Bahn Hackescher Markt, S-Bahn Oranienburger Straße

Das Projekt wurde ermöglicht durch die Sophiensaele Berlin.

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